Montag, 18. Oktober 2010

Sloterdijk: Zwei deutsche Großexperimente

Heinsohn sah am Ende des philosophischen Quartetts mit dem Thema: „Weniger Deutschland. Sterben die Deutschen aus?“ (18.10.2010) unglücklich aus. Sloterdijk hingegen konnte darstellen: es gibt keinen Rassismus. Am Anfang der Sendung hatte er betont, dass die Sendung mitnichten aufgrund der aktuellen Sarrazin-Debatte angesetzt worden sei, sondern bereits im Frühjahr die Redaktion beschlossen hatte, diese Sendung zum Thema Demografie durchzuführen.

Tatsächlich blieb Sarrazin außen vor. Sloterdijk hatte noch vor einem Jahr Sarrazins Interview im Lettre International, wo dieser bereits eugenisch argumentierte, verteidigt – und zwar im Cicero, dessen neuer Chef Naumann heute ebenfalls beim Philosophischen Quartett mitdiskutierte und als einziger durchgehend intelligente Kommentare von sich gab. Auch Heinsohn hatte Sarrazin bis vor kurzem noch verteidigt, ja sogar die umstrittenste Vokabel aus dem Lettre-Interview in einem eigenen Artikel frech wiederverwendet: „auswachsen“. Safranski machte mehrere Anläufe in Richtung Unterschichten-Intelligenz-Vererbung, aber weder Heinsohn noch Sloterdijk stiegen hierauf ein.
 
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