Montag, 26. Juli 2010

Sodom und Gomorrha

Eva Herman zu den 19 Toten und 450 Verletzten: "Eventuell haben hier ja auch ganz andere Mächte mit eingegriffen, um dem schamlosen Treiben endlich ein Ende zu setzen. Was das angeht, kann man nur erleichtert aufatmen!" Sie steht mit ihrer Meinung nicht allein. Exakt die gleiche Argumentation benutzten 2005 Christ_innen nach dem Hurricane Katrina in New Orleans. Hier war es vor allem der Umzug Mardi Gras, gegen den sich Gottes Zorn richtete. Die Frage wird sich stellen, wie die Traumata der Überlebenden aufgearbeitet werden, und ob an der einen anderen Stelle, sei es therapeutisch oder esoterisch.

Eva Herman: "Viele sind durch das ausgeuferte Unglück ernüchtert und wach geworden, herausgerissen aus der falschen Traumwelt." Unglücke ernüchtern nicht, Unglücke traumatisieren. Wieviele Leute werden ein schlechtes Gewissen oder ein komisches Gerühl haben, allein weil sie überlebt haben und ihre Bekannten nicht, oder weil sie gedrückt haben, weil sie über andere hinweggetrampelt sind, weil sie weggerannt sind, statt zu helfen. Dieses bedrückenden Zustände sind eben nicht ernüchternd. Sie können in eine Traumwelt führen und die Menschen virtualisieren.


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