Freitag, 16. Oktober 2009

Sarrazins Sozialeugenik

Thilo Sarrazin ist im Vorstand der Bundesbank und bekannt für seine rassistischen und klassistischen Sprüche. Besonders umstritten waren seine Äußerungen in der Lettre International 86 vom September 2009.

Sarrazins Äußerungen waren nicht nur rassistisch, sondern auch klassistisch. Sein Rassismus wurde zurecht angegriffen. Der Berliner Integrationsbeauftragte Günter Piening warf Sarrazin "rassistische Äußerungen" vor und ähnlich äußerten sich Kenan Kolat von der Türkischen Gemeinde und Stefan Kramer vom Zentralrat der Juden in Deutschland. Die Bundesbank reagierte mit einer Distanzierung und einer Strafmaßnahme gegen Sarrazin und die Berliner Staatsanwaltschaft prüft Ermittlungen wegen des Verdachts auf Volksverhetzung. Zurecht. Aber die Kritik richtete sich ausschließlich gegen die rassistischen, nicht gegen die sozialeugenisch-klassistischen Sprüche gegen die sogenannte "Unterschicht".

Mittwoch, 14. Oktober 2009

Klassendebatte in Schweden

Schweden - das ist ein Synonym für den sozialdemokratischen Wohlfahrtsstaat. Dennoch ist auch Schweden ein kapitalistisches Land und somit eine Klassengesellschaft.

Am Montag war Gabriel Kuhn auf der Durchreise in Münster und berichtete über aktuelle Klassendebatten in Schweden. In einem fünfjährigen Projekt stellten linke AktivistInnen mit einer Herkunft aus der Arbeiterklasse ein Buch zusammen, in dem sie über ihre Klassenkonflikte innerhalb des linksalternativen Milieus berichten. Das Buch mit dem Titel En knuten näve i fickan (Eine geballte Faust in der Tasche) erschien 2008 im linken schwedischen Yelah-Verlag und wurde von Fredric Carlsson-Andersson und Atilla Piskin herausgegeben.
 
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