Freitag, 20. März 2009

Sexismus - Diskriminierendes Deutschland I

Mit dieser Reihe werde ich über Diskriminierungen berichten, mit denen sich Deutschland gegenüber seinen europäischen Nachbarstaaten im negativen Sinne besonders hervortut. Mir ist die Problematik bewusst, einen Staat zu "subjektivieren". Deutschland ist kein handelndes Wesen. Dennoch haben wir in Deutschland Institutionen und Verhaltensmuster, die besonders diskriminierungsfördernd sind.
Oder soziologischer formuliert (bitte nicht von der Sprache abschrecken lassen): Es gibt spezifische deutsche Merkmale, die sich staatspolitisch im Korporatismus und sozialpsychologisch in milieuspezifisch traditierte Habitus niederschlagen, welche strukturelle, insbesondere institutionelle Diskriminierungen einerseits und Syndrome gruppenspezifischer Menschenfeindlichkeiten andererseits verursachen. Wichtig hierbei ist, dass sich die verschiedenen Diskriminierungsformen (Rassismus, Sexismus, Klassismus, Behindertenfeindlichkeit ...) in der Praxis überschneiden und gegenseitig bedingen.

Freitag, 13. März 2009

Deklassierung und Amoklauf

Die intelligenteren Beiträge zum jüngsten Amoklauf stellen die Anerkennungsfrage in der kapitalistischen Konkurrenzgesellschaft (Freerk Huisken) bzw. in der Marktgesellschaft (Wilhelm Heitmeyer) in den Mittelpunkt. Aber reicht es zur Erklärung des Amoklaufes aus, auf einen Anerkennungsmangel zu verweisen?

Looser
Natürlich ist dieser Ansatz richtiger als der Hinweis auf Computerspiele. Der Verweis darauf, dass wir vom Kapitalismus zum Konkurrenzdenken gezwungen werden und dass die Marktwirtschaft inzwischen zu einer Marktgesellschaft mutiert ist, in der Menschen immer stärker ihre Mitmenschen nach ökonomischen Verwertungsmerkmalen bewerten, ist sehr wichtig. Ich hatte wenige Tage vor dem Amoklauf von Winnenden ein interessantes Gespräch mit einer Frau, die nach ihrem Studium jahrelang HartzIV bekam und entsprechend sensibilisiert seit kurzem an einer Schule arbeitet.

Dienstag, 3. März 2009

Das AGG klassenspezifisch ergänzen

(siehe auch: Klassismus - Das AGG um Soziale Herkunft und Vermögen ergänzen Facebook-Gruppe)
Im Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz wird das Verbot von sechs Diskriminierungsformen geregelt:

* Rasse und ethnische Herkunft,
* Geschlecht
* Religion und Weltanschauung,
* Behinderung
* Alter
* sexuelle Identität

 
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